Im Bericht der SonntagsZeitung über den gestrigen Auftritt von Reinhard Bonnke im Zürcher Hallenstadion ist zu lesen:
Zwei Frauen um die 50 sind schwer enttäuscht. Sie seien extra aus Deutschland angereist. Seit Jahren würden sie unter chronischen Schmerzen leiden, kein Arzt könne helfen – «Bonnke war unsere letzte Hoffnung». Jetzt sei auch die zerstört. Sie wollen sofort abreisen. 70 Franken Eintritt für nichts!
“70 Franken für nichts” – das stimmt nicht ganz. Etwas erhielten sie für diesen Betrag: eine Enttäuschung. Ob 70 Franken ein angemessener Preis für eine Enttäuschung ist, sei dahingestellt. Enttäuscht zu werden, kann aber durchaus positiv sein. Entfällt eine Täuschung kommt man logischerweise der Wahrheit näher.
Heutige Christen glauben offenbar, sie müssten Stadien füllen und christliche Stars einfliegen. Liegt hier möglicherweise eine Täuschung vor? Ich stelle jedenfalls einen gewaltigen Kontrast zum zum Neuen Testament und zur Einfachheit der ersten Christen fest.
Im genannten Artikel wird Bonnke zitiert:
Wenn Gott 55 Millionen Afrikaner retten kann, dann kann er die ganze Schweiz an einem Samstagnachmittag retten!
Vielleicht beginnt die Rettung der Schweiz damit, dass Gott Christen ent-täuscht. Ob dafür ein Samstagnachmittag ausreicht?