Freunde

Geschrieben von am 5. Dezember 2012
Abgelegt unter Kirche, Menschsein

Tue dich mit denen zusammen, die etwas ausprobieren, etwas riskieren, die fallen, sich verletzen und von Neuem etwas riskieren. Und halte dich von denjenigen fern, die Wahrheiten verkünden, die jemanden kritisieren, weil er anders denkt als sie und die niemals einen Schritt getan haben, ohne die Gewissheit zu haben, dass sie deswegen geachtet werden würden und die Gewissheiten dem Zweifel vorziehen.

Paolo Coelho, Der Weg des Bogens

Liebe mich, du Schuft!

Geschrieben von am 26. August 2012
Abgelegt unter Geschichten

Ich habe heute eine Geschichte gelesen, die (leider) sehr gut aufzeigt, welches Bild von Gott vermittelt und in Folge auch gelebt wird.

König Friedrich Wilhelm von Preussen war dafür bekannt, ein aufbrausendes Temperament zu haben. Er pflegte unbegleitet in den Strassen Berlins zu promenieren, und wenn ihm irgend jemand missfiel – was nicht allzu selten vorkam – zögerte er nicht, seinen Spazierstock an den glücklosen Opfern auszuprobieren.
So verwunderte es nicht, dass die Leute sich still davonmachten, wenn sie den König von weitem kommen sahen. Eines Tages kam Friedrich eine Strasse heruntergestampft; ein Berliner entdeckte ihn zu spät, um sich noch in einer Toreinfahrt zu verstecken.
“Du da!” sagte Friedricht, “wohin gehst du?”
Der Mann begann zu zittern. “In dieses Haus hier, Euer Majestät.”
“Ist das dein Haus?”
“Nein, euer Majestät.”
“Das Haus eines Freundes?”
“Nein, Euer Majestät.”
“Warum gehst du dann hinein?”
Der Mann bekam Angst, man könnte ihn für einen Einbrecher halten. Also platzte er mit der Wahrheit heraus: “Um Eurer Majestät aus dem Wege zu gehen.”
“Warum wolltest du mir aus dem Wege gehen?”
“Weil ich vor Euer Majestät Angst habe.”
Bei diesen Worten wurde der König zornig. Er packte den armen Mann bei den Schultern, schüttelte ihn heftig und schrie: “Wie kannst du es wagen, Angst vor mir zu haben! Ich bin dein König. Du sollst mich lieben! Liebe mich, du Schuft! Liebe mich!”

(aus: Anthony de Mello, Warum der Schäfer jedes Wetter liebt)

 

Auf dem Weg zum wahren Menschsein

Geschrieben von am 15. August 2012
Abgelegt unter Menschsein, Zitate

Auf dem Weg zum wahren Menschsein kommt es vor allem darauf an, Gelerntes infrage zu stellen und wenn nötig abzulegen, und nicht so sehr darauf, etwas Neues zu lernen.
(Richard Rohr)

Auf dem Weg zum wahren Menschsein kommt es vor allem darauf an, Gelerntes infrage zu stellen und wenn nötig abzulegen, und nicht so sehr darauf, etwas Neues zu lernen. (Richard Rohr)

 

Wieder online

Geschrieben von am 19. Oktober 2011
Abgelegt unter Infos

Seit einigen Wochen erschien beim Aufrufen von zweioderdrei.net eine Fehlerseite. Das hat mit Problemen unseres bisherigen Hosters zu tun. Da dieser nicht mehr erreichbar war, verzögerte sich auch der Transfer zu einem neuen.

Heute ist es nun endlich soweit: unsere Seite läuft wieder!

Ent-täuschung

Geschrieben von am 12. Juni 2011
Abgelegt unter Leben mit Gott

Im Bericht der SonntagsZeitung über den gestrigen Auftritt von Reinhard Bonnke im Zürcher Hallenstadion ist zu lesen:

Zwei Frauen um die 50 sind schwer enttäuscht. Sie seien extra aus Deutschland angereist. Seit Jahren würden sie unter chronischen Schmerzen leiden, kein Arzt könne helfen – «Bonnke war unsere letzte Hoffnung». Jetzt sei auch die zerstört. Sie wollen sofort abreisen. 70 Franken Eintritt für nichts!

“70 Franken für nichts” – das stimmt nicht ganz. Etwas erhielten sie für diesen Betrag: eine Enttäuschung. Ob 70 Franken ein angemessener Preis für eine Enttäuschung ist, sei dahingestellt. Enttäuscht zu werden, kann aber durchaus positiv sein. Entfällt eine Täuschung kommt man logischerweise der Wahrheit näher.

Heutige Christen glauben offenbar, sie müssten Stadien füllen und christliche Stars einfliegen. Liegt hier möglicherweise eine Täuschung vor? Ich stelle jedenfalls einen gewaltigen Kontrast zum zum Neuen Testament und zur Einfachheit der ersten Christen fest.

Im genannten Artikel wird Bonnke zitiert:

Wenn Gott 55 Millionen Afrikaner retten kann, dann kann er die ganze Schweiz an einem Samstagnachmittag retten!

Vielleicht beginnt die Rettung der Schweiz damit, dass Gott Christen ent-täuscht. Ob dafür ein Samstagnachmittag ausreicht?

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